Der deutsch-belgische Naturpark

Der Naturpark Hohes Venn-Eifel ist weitaus größer, als es den Anschein hat, und verbindet Belgien und Deutschland durch ein Gebiet mit außergewöhnlichen Landschaften, in dem Naturschutz, Besucherbegleitung und Sensibilisierung Hand in Hand gehen.

Ein Park, zwei Länder

Der deutsch-belgische Naturpark Hohes Venn-Eifel ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark Hohes Venn-Eifel in Belgien und dem Naturpark Hohes Venn-Eifel in Deutschland.

Er erstreckt sich über insgesamt mehr als 2.700 km² und 34 Gemeinden. Das Gebiet umfasst Teile der Provinz Lüttich sowie der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Es besteht aus außergewöhnlichen Naturräumen wie dem staatlichen Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien und dem Nationalpark Eifel in Deutschland.

DIE GRUNDLAGEN DES DEUTSCH-BELGISCHEN NATURPARKS

Der deutsch-belgische Naturpark wurde – ebenso wie der Naturpark Hohes Venn-Eifel – im Jahr 1971 gegründet und geht auf die Gemünd-Abkommen zwischen der belgischen Regierung und den Regierungen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zurück. Er wird von einer deutsch-belgischen Kommission verwaltet, und die Aktivitäten werden von drei Büros in den drei Regionen des Parks koordiniert: Botrange, Nettersheim und Prüm.

Die Maßnahmen des deutsch-belgischen Naturparks werden durch die finanzielle Unterstützung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, der Provinz Lüttich sowie durch europäische Fördermittel ermöglicht.

Das Vorland des Hohen Venns

Nördlich des Hohen Venns gelegen, ist das Vorland des Hohen Venns für seine grünen Täler und hügeligen Landschaften bekannt. Historisch gesehen war es dünn besiedelt und nur wenig landwirtschaftlich genutzt, sodass es große Wälder bewahrt hat, die von schmalen Tälern und imposanten Staudämmen durchzogen sind. Seine mäandrierenden Flüsse und seine erhaltenen Naturlandschaften machen es zu einem Gebiet, das sich besonders für Outdoor-Aktivitäten und Naturerlebnisse eignet.

Die Rureifel

Östlich des Hohen Venns gelegen, wird die Region der Rureifel von dem tief eingeschnittenen Flusstal der Rur geprägt. Dieses Gebiet zeichnet sich durch eine einzigartige Umgebung aus, die aus ausgedehnten Wäldern besteht, darunter einer der größten natürlichen Buchenwälder Westeuropas: die Kermeter. Die Rureifel beherbergt zudem zahlreiche ökologische Schätze, darunter den Nationalpark Eifel, der einen geschützten Rahmen für Erkundung und Naturerlebnisse bietet.

Die Kalk-Eifel

Im äußersten Osten des deutsch-belgischen Naturparks gelegen, verdankt die Region der Kalk-Eifel ihren Namen den dort prägenden Kalkbecken. Diese Formationen sind ein Erbe des Meeres, das hier vor etwa 360 Millionen Jahren Korallenriffe bildete und Kalk auf dem Meeresboden ablagerte. Als Zeugnis dieser vergangenen marinen Aktivität gilt der Dreimühlen-Wasserfall als eines der spektakulärsten Naturphänomene der Eifel.

Die Hocheifel

Im Herzen des deutsch-belgischen Naturparks gelegen, zeichnet sich die Hocheifel durch ihre hoch gelegenen Landschaften und ausgedehnten Plateaus aus. Diese hohen Gebirgskämme bieten ideale Schneebedingungen für den Wintersport. Die Region, geprägt von alten vulkanischen Lavaströmen und Felsformationen, umfasst ausgedehnte Wälder, Moorgebiete und zahlreiche tiefe Täler. Ihre offenen und weitgehend unberührten Panoramen machen sie zu einem idealen Ort für Wanderungen und Naturbeobachtungen. Die Hocheifel beherbergt zudem mehrere Naturschutzgebiete und Schutzzonen, die von ihrem ökologischen Reichtum und ihrer bemerkenswerten Biodiversität zeugen.

Das Ourtal

Im Süden des Parks, angrenzend an die luxemburgische Grenze, beherbergt das Ourtal eine große Vielfalt an Landschaften: von hügeligen Plateaus bis hin zu tiefen Schluchten. Der Oberlauf des Flusses ist von Weiden gesäumt, die von Hecken eingefasst sind, während der Unterlauf dichte, wilde Wälder aufweist. Die Mäander der Our wechseln zwischen felsigen Ufern und sumpfigen Ebenen und bieten eine außergewöhnliche Biodiversität, die Naturliebhaber begeistert.

Das Hohe Venn

Im Nordwesten des deutsch-belgischen Naturparks gelegen, bilden die Hohen Venn ein weites Plateau, das durch offene Heiden, Moorgebiete und bewaldete Moore geprägt ist. Die Landschaften wechseln zwischen Heideflächen, kleinen Teichen und sich schlängelnden Bächen und schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Die Region ist durchzogen von Wanderwegen und Holzstegen, die es ermöglichen, ihre außergewöhnliche Biodiversität zu entdecken.

Die Aufgaben des deutsch-belgischen Naturparks

Der deutsch-belgische Naturpark hat zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen dem belgischen und dem deutschen Naturpark zu verbessern. Diese Kooperationen dienen dazu, die deutsch-belgischen Gebiete zu schützen, wiederherzustellen und nachhaltig zu entwickeln. Die Maßnahmen des grenzüberschreitenden Parks konzentrieren sich auf vier Hauptaufgaben:

Naturschutz und Landschaftsmanagement

Der deutsch-belgische Naturpark ermöglicht den Austausch von Informationen und Daten zur Biodiversität zwischen den belgischen und deutschen Wissenschaftsteams. Dank dieser Zusammenarbeit werden Maßnahmen zugunsten der natürlichen Entwicklung zwischen beiden Ländern koordiniert.

Entwicklung des nachhaltigen Tourismus und der Freizeitaktivitäten

Der deutsch-belgische Naturpark bietet seinen Besuchern dank seiner einzigartigen Natur eine breite Palette an touristischen Erlebnissen. Auf seinem Gebiet legt er besonderen Wert auf die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus, der auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zugänglich ist.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Der deutsch-belgische Naturpark bietet eine Vielzahl pädagogischer Aktivitäten und Workshops zur Biodiversität und zu den Herausforderungen, denen sie gegenübersteht. Diese Angebote sollen die Bürgerinnen und Bürger für die Natur sensibilisieren und sie für gute Praktiken zum Schutz der Umwelt gewinnen.

Vernetzung und Zusammenarbeit

Der deutsch-belgische Naturpark ist ein bevorzugter Partner für die Umsetzung regionaler und interkommunaler Entwicklungsstrategien. Er ermöglicht die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Organisationen beider Länder sowie die Entwicklung grenzüberschreitender Projekte.

Die Projekte des deutsch-belgischen Naturparks

Jedes Jahr werden vom grenzüberschreitenden Park zahlreiche Einzelprojekte umgesetzt. Alle von den Teams des deutsch-belgischen Naturparks durchgeführten Projekte werden im Rahmen der Aufgaben des Parks organisiert. Es gibt jedoch zwei wiederkehrende Veranstaltungen, die vom deutsch-belgischen Naturpark organisiert werden:

Die Jugendcamps

Alle zwei Jahre organisiert der deutsch-belgische Naturpark ein Jugendcamp, das auf den Naturschutz ausgerichtet ist. Es bringt junge deutschsprachige Teilnehmende aus Deutschland und Belgien zusammen, die eine gemeinsame Leidenschaft für die Umwelt teilen. Während mehrerer Tage nehmen sie an praxisnahen Workshops teil, in denen sie konkrete Naturschutzprojekte entwickeln und Werkzeuge erwerben, um ihre eigenen Initiativen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung umzusetzen.

Diese Camps werden dank der Unterstützung von sieben Rotary Clubs und dem Bürgerfonds Ostbelgien organisiert und finanziert. Bei jeder Ausgabe schließen sich neue Partner den Aktivitäten an und tragen zu den Projekten bei, wodurch die Erfahrungen der Teilnehmenden bereichert werden.

Die Naturpark-akademien

Die Naturpark-Akademie des deutsch-belgischen Naturparks ist eine jährliche Veranstaltung, die Wissenschaftler und Akteure des deutsch-belgischen Raums zusammenbringt. Jede Ausgabe widmet sich einem Thema im Zusammenhang mit der Biodiversität und bietet eine Reihe von Vorträgen und partizipativen Workshops. Die Akademien bieten die Gelegenheit, den Wissensaustausch über Grenzen hinweg zu fördern.

Naturpark-akademie – 2023

Mit dem Standort Vogelsang brachte die Naturpark-akademie 80 Teilnehmende zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die emblematischen Arten des Parks – wertvolle Elemente der regionalen Identität, die es zu bewahren gilt. Auf dem Programm standen Vorträge und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen wie der „Wildnis im Garten“, dem Umgang mit invasiven Pflanzen und der Erfassung von Fledermäusen.
Dokumentation

Naturpark-akademie – 2024

Die zweite Ausgabe der Naturpark-akademie fand in Bütgenbach statt und stand unter dem Thema „Die Natur verbindet“: grenzüberschreitende Korridore und die Vernetzung von Schutzgebieten. Diese Veranstaltung legte den Schwerpunkt auf die Bedeutung der Erhaltung und Vernetzung grenzüberschreitender Schutzgebiete. Auf dem Programm standen vier Vorträge über Schutzgebiete und grenzüberschreitende Strategien sowie partizipative Workshops zur Planung und Entwicklung grenzüberschreitender Schutzgebiete.
Dokumentation
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